Tarantino schreibt, David Fincher dreht und Brad Pitt trägt wieder Sonnenbrille: Der erste Trailer zu „The Further Mis-Adventures of Cliff Booth“ ist da und sieht genauso aus, wie diese vielversprechend Kombination klingt.
Sieben Jahre nach „Once Upon a Time in Hollywood“ kehrt Pitt als Cliff Booth zurück – noch immer mit langen blonden Haaren, inzwischen mit imposantem Schnurrbart und derselben unerschütterlichen Gelassenheit.
Cliff Booth löst jetzt Hollywoods Probleme
Die Handlung setzt 1977 ein, acht Jahre nach den Ereignissen aus „Once Upon a Time in Hollywood“. Cliff arbeitet längst nicht mehr als Stuntdouble, sondern hält sich als Barkeeper und Filmvorführer über Wasser. Nebenbei übernimmt er Aufträge, für die man besser niemanden engagiert, der allzu großen Wert auf Gesetze legt.
Als eine Art Problemlöser kümmert er sich um die unangenehmen Angelegenheiten der Filmbranche – von Erpressung und Diebstahl bis hin zu Mord. Sein neuer Auftrag kommt von der Talentagentin Karen Crosby, gespielt von Elizabeth Debicki. Ihr Klient ist der Fernsehstar Charlie Peters, der von Scott Caan gespielt wird und seine Stunts am liebsten selbst übernimmt.
Über ihn gerät Cliff in eine Geschichte, zu der auch Peters’ Ehefrau Toni, gespielt von Carla Gugino, und der ehemalige Footballstar Roderick „Hot Rod“ Harrison gehören, den Yahya Abdul-Mateen II verkörpert. Gleichzeitig sorgen die mysteriösen Verdusco-Brüder in Los Angeles für immer größere Probleme.
Der Trailer wirft all das lustvoll zusammen: Nachtclubs, Filmsets, Schießereien, Autorennen, Mud Wrestling und einen Koffer voller Geld. Cliff Booth bewegt sich dazwischen mit der Gelassenheit eines Mannes, der bereits gegen Bruce Lee gekämpft und Mitglieder der Manson Family mit einer Dose Hundefutter erledigt hat.
Tarantino schreibt, Fincher übernimmt
Leonardo DiCaprio kehrt als Rick Dalton offenbar nicht zurück, ganz verschwunden ist die Figur aber nicht. Als Cliff im Trailer gefragt wird, warum ihre Zusammenarbeit endete, erklärt er trocken, Rick sei irgendwann einfach zu dick geworden, um noch sein Stuntdouble zu sein. Timothy Olyphant ist dagegen erneut als Westernstar James Stacy dabei. Zum weiteren Cast gehören Holt McCallany, Peter Weller, JB Tadena, Matt Groove, Corey Fogelmanis und Karren Karagulian.
Dass Quentin Tarantino einen Film über eine seiner bekanntesten Figuren schreibt und anschließend einem anderen Regisseur überlässt, ist ungewöhnlich. Tarantino erklärte, er liebe das Drehbuch, wolle seinen zehnten und angeblich letzten Film aber nicht mit einer Fortsetzung verbringen. Nach „Once Upon a Time in Hollywood“ fühlte sich die erneute Rückkehr ins Hollywood der 1970er-Jahre für ihn zu sehr nach bereits bekanntem Terrain an. Sein letzter Film müsse ihn stattdessen noch einmal dorthin führen, wo er selbst nicht genau wisse, was er tue.
Fincher dagegen hatte mit Cliff Booth offensichtlich noch genug vor. Für ihn ist der Film bereits die vierte Zusammenarbeit mit Brad Pitt nach „Sieben“, „Fight Club“ und „Der seltsame Fall des Benjamin Button“. Entsprechend spannend ist die Frage, was mit Tarantinos lässigster Figur passiert, wenn sie plötzlich in Finchers präzise kontrollierte und deutlich düsterere Filmwelt gerät.
Aus dem Hollywood-Märchen wird ein Krimi
„Once Upon a Time in Hollywood“ war trotz Manson Family und Flammenwerfer vor allem ein melancholisches Märchen über eine untergehende Ära. Tarantino rettete Sharon Tate, schenkte Rick Dalton eine letzte Chance und ließ Cliff Booth wie einen beinahe unbesiegbaren Cowboy durch das Los Angeles des Jahres 1969 fahren.
Acht Jahre später ist dieses Märchen offenbar vorbei. Das Hollywood von 1977 wirkt schmutziger, zynischer und gefährlicher. Nur Brad Pitt wirkt darin so entspannt wie immer. Vermutlich sollten sich gerade deshalb alle anderen Sorgen machen.
„The Further Mis-Adventures of Cliff Booth“ startet am 25. November 2026 für zwei Wochen exklusiv in ausgewählten IMAX-Kinos. Ab dem 23. Dezember ist der Film weltweit bei Netflix verfügbar. Bereits am 8. Dezember erscheint außerdem Tarantinos Roman „The Adventures of Cliff Booth“, der die Geschichte des Films erweitern und teilweise verändern soll.

