Die 83. Internationalen Filmfestspiele von Venedig haben ihr diesjähriges Programm bekannt gegeben. Vom 2. bis 12. September verwandelt sich der Lido erneut in den wichtigsten Auftakt der Awards Season – traditionell ausschließlich mit Weltpremieren. Wie jedes Jahr gilt Venedig als eines der wichtigsten Sprungbretter für die kommende Oscar-Saison. Zahlreiche spätere Preisanwärter feierten hier in den vergangenen Jahren ihre Weltpremiere, weshalb der Blick auf das Wettbewerbsprogramm besonders spannend ist.
Danny Boyle eröffnet den Lido
Eröffnet wird das Festival am 2. September mit „Ink“ von Danny Boyle („Trainspotting”). Das Historiendrama erzählt von den frühen Jahren des Medienmoguls Rupert Murdoch während der Übernahme der britischen Boulevardzeitung The Sun. Guy Pearce übernimmt die Rolle Murdochs, Jack O’Connell spielt den damaligen Chefredakteur Larry Lamb. Für Boyle ist es zugleich die erste Einladung in den Wettbewerb von Venedig – „Ink“ konkurriert direkt um den Goldenen Löwen.
Diese Filme kämpfen um den Goldenen Löwen
Zu den größten Highlights zählt Martin McDonaghs neue schwarze Komödie „Wild Horse Nine“. Der Regisseur von „The Banshees of Inisherin” und “„Three Billboards Outside Ebbing, Missouri” kehrt mit einer hochkarätigen Besetzung um John Malkovich, Sam Rockwell, Steve Buscemi, Tom Waits und Parker Posey nach Venedig zurück.
Ebenfalls im Wettbewerb läuft Werner Herzogs „Bucking Fastard“, in dem Orlando Bloom, Domhnall Gleeson und erstmals die Schwestern Rooney Mara und Kate Mara gemeinsam vor der Kamera stehen. Außerdem im Wettbewerb vertreten sind unter anderem Florian Zeller mit „Bunker“, Andrea Pallaoro mit „The Echo Chamber“, besetzt mit Alicia Vikander und Susan Sarandon – sowie Hirokazu Kore-eda mit „Look Back“.
Für viel Aufmerksamkeit dürfte außerdem „Primetime“ von Lance Oppenheim sorgen. Das von A24 produzierte Drama mit Robert Pattinson und Indie-Ikone Phoebe Bridgers erzählt die Geschichte eines Journalisten, der in die Unterwelt des Verbrechens gerät und das Fernsehen nachhaltig verändert.
Hollywoodstars und große Premieren außer Konkurrenz
Auch abseits des Wettbewerbs versammelt das Festival zahlreiche prominente Namen. Paul Schrader präsentiert mit „The Basics of Philosophy“ seinen neuesten Film, während Kornél Mundruczós „Place to Be“ mit Ellen Burstyn, Taika Waititi und Pamela Anderson seine Weltpremiere feiert. Für Action sorgt „Father Joe“, geschrieben und produziert von Luc Besson, mit Kiefer Sutherland und Al Pacino.
Besonders stark fällt erneut das Dokumentarfilmprogramm aus. Dazu gehören Luca Guadagninos siebenstündiger Bertolucci-Film „Joie de Vivre“, Alex Gibneys vierstündige Dokumentation „Musk“ sowie der mit Spannung erwartete Oasis-Film „Don’t Look Back in Anger“,für den die Gallagher-Brüder erwartet werden. Auch Russell Crowe wird mit seiner Musikdokumentation „What Love Builds“ auf dem Lido erwartet.
Den Vorsitz der Wettbewerbsjury übernimmt in diesem Jahr Maggie Gyllenhaal, die zugleich ihren Kurzfilm „Flesh Impact“ außer Konkurrenz präsentiert. Darin spielen unter anderem Ellen Burstyn, Dakota Johnson und Peter Sarsgaard.
George Clooney und Ellen Burstyn werden geehrt
Mit George Clooney und Ellen Burstyn ehrt das Festival außerdem zwei Hollywood-Legenden mit dem Ehren-Goldenen-Löwen für ihr Lebenswerk.
Ob sich unter den diesjährigen Weltpremieren erneut mehrere spätere Oscar-Favoriten befinden, wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Schon jetzt deutet das Programm jedoch darauf hin, dass Venedig seine Rolle als prestigeträchtigster Auftakt der internationalen Festivalsaison auch 2026 eindrucksvoll behauptet.

