Jac Martinez

The Man I Love – Liebe im Schatten der AIDS-Krise

Mit „The Man I Love“ wird Ira Sachs bereits zum zweiten Mal nach Cannes eingeladen und ist damit neben James Gray einer von nur zwei US-Regisseuren im Wettbewerb.

Rami Malek spielt einen Künstler im New York der Aids-Krise

Der Film zeigt New York in den 1980er-Jahren: Jimmy George (Rami Malek) ist ein Künstler, der an Aids erkrankt ist und dem Tod mehrfach nur knapp entkommen konnte. Trotz der bedrückenden Realität versucht er, sein Leben intensiv zu leben und zu genießen. Unterstützt wird er dabei von seinem ergebenen Partner (Tom Sturridge), während er gleichzeitig eine Affäre mit seinem ebenso verfallenen Nachbarn (Luther Ford) beginnt.

Der Film ist nicht biografisch, sondern speist sich aus zahlreichen Lebensgeschichten dieser Zeit. Sachs ließ sich unter anderem von Paul Monettes „Borrowed Time“ sowie den Biografien von Ron Vawter und Greg Merton inspirieren.

Wie so oft ist Rami Maleks Darstellung teils intensiv und überzeugend – insbesondere in der Szene, in der er vor seinen Eltern Melanie Safkas Hit „What Have They Done to My Song, Ma“ performt –, kippt aber stellenweise ins Overacting. 

Zwischen queerer Liebesgeschichte und künstlerischer Selbstinszenierung

Während die Szenen mit Tom Sturridge und Luther Ford durchweg intensiv wirken, verliert der Film sein Publikum immer wieder in endlos langen Proben für ein Theaterstück, in dem Jimmy George mitwirkt. Dieses Stück-im-Stück-Element wirkt zunehmend repetitiv und dramaturgisch wenig belebend.

Insgesamt lässt der Film trotz seines Sujets überraschend wenig emotionalen Nachhall. Das Drama bleibt erstaunlich leblos, und man wird den Eindruck nicht los, dass „The Man I Love“ mehr emotionale Tiefe hätte entfalten können.

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