2026 Plus M Entertainment, Forged Films Co Limited, and Na Hong-Jin

Hope – Die Hoffnung stirbt nach 40 Minuten

Mit „Hope“ präsentiert der südkoreanische Regisseur Na Hong-jin, bekannt für Filme wie „The Wailing“ und „The Chaser“, den mit Abstand teuersten Film der südkoreanischen Kinogeschichte im Wettbewerb von Cannes – und lockte allein durch seine Besetzung enorme Aufmerksamkeit auf sich: Neben „Squid Game”-Star Jung Ho-yeon sind auch die Eheleute Alicia Vikander und Michael Fassbender mit dabei, die seit ihrem letzten gemeinsamen Film „The Light Between Oceans“, bei dessen Dreharbeiten sie sich vor 10 Jahren kennenlernten, nicht mehr zusammen auf der Leinwand zu sehen waren.

Eine mysteriöse Kreatur versetzt Hope Harbor ins Chaos

Die Handlung spielt in der abgelegenen Hafenstadt Hope Harbor, die nach dem Auftauchen einer mysteriösen Kreatur im Chaos versinkt. Polizeichef Bum-seok und seine Kollegin Sung-ae versuchen herauszufinden, was hinter den brutalen Angriffen steckt, während sich immer stärker das Gefühl ausbreitet, dass etwas Übernatürliches Besitz von der Stadt ergriffen hat.

Und tatsächlich beginnt „Hope“ äußerst vielversprechend. In einem für den Cannes-Wettbewerb erfrischend unintellektuellen, beinahe videospielartigen Auftakt baut Na Hong-jin mit minimalen Dialogen eine extrem dichte Spannung auf. Die ersten 40 Minuten funktionieren fast ausschließlich über Atmosphäre, Sounddesign und sensationelle Kamerafahrten durch die zerstörte Stadt. Gemeinsam mit Bum-seok und der von Jung Ho-yeon großartig gespielten Polizistin Sung-ae verfolgt man das Monster – ohne es zunächst zu Gesicht zu bekommen.

Spätestens mit dem Monster-Reveal ist es dann allerdings vorbei mit der Faszination.

Warum „Hope“ ab der zweiten Hälfte komplett zerfällt

Dass ein Film mit diesem Budget eine derart schwache CGI präsentieren würde, hätte man kaum für möglich gehalten. Noch problematischer ist jedoch, wie erschreckend einfallslos das Monster selbst geraten ist: eine vollkommen generische Kreatur, die wirkt, als hätte man sie bereits in dutzenden anderen Blockbustern gesehen. Ab diesem Moment nimmt das Unheil seinen Lauf. Der Film verliert jede Spannung und entwickelt sich zunehmend zur repetitiven Materialschlacht, die an ihren starken Anfang nie wieder anknüpfen kann.

Auch auf Alicia Vikander und Michael Fassbender, die erstmals seit Jahren wieder gemeinsam vor der Kamera stehen, wartet man lange vergeblich. Und spätestens zur Hälfte der über zweieinhalbstündigen Laufzeit dämmert einem dann: Ach ja, sie spielen die „Monster“. Selbst Fassbender wirkte auf der Pressekonferenz beinahe so, als sei ihm nicht ganz klar, wie genau er in diesem Film gelandet ist. Spätestens bei der Premiere dürfte beiden bewusst geworden sein, für was für einen grandiosen Unsinn sie hier ihre Namen hergegeben haben.

„Hope“ startet brillant – und endet im völligen Chaos

Der endgültige Todesstoß kommt schließlich mit der ausgelutschten Storyline rund um ein getötetes Baby und eine Mutter-Kreatur auf Rachefeldzug – ein Trope, der inzwischen derart oft durchexerziert wurde, dass „Hope“ endgültig jede Eigenständigkeit verliert. Was als atmosphärischer Monsterfilm beginnt, endet irgendwo zwischen Wald-„Avatar“ und Marvel-Endkampf.

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