Mit„Glennkill – Ein Schafskrimi” findet der 2005 erschienene Debütroman der deutschen Schriftstellerin Leonie Swann, der sich über 1,5 Millionen Mal allein in Deutschland verkauft hat und in mehr als 30 Sprachen übersetzt wurde, den Weg auf die Leinwand.
Im Zentrum steht eine Schafherde, die den Mord an ihrem Schäfer (Hugh Jackman) aufklären will. Angeführt von den Schafen Lily und Mopple beginnen die Tiere, Hinweise zu sammeln und die Menschen in ihrer Umgebung zu beobachten – stets bemüht, die rätselhafte Welt der Zweibeiner zu verstehen.
Im Vergleich zu anderen Produktionen der jüngsten Vergangenheit wie „Michael” (Stichwort: CGI-Affe) fällt dabei vor allem positiv auf, wie gelungen die Animation der Schafe ist: Sie fügen sich organisch in die Welt des Films ein, ohne je allzu künstlich zu erscheinen.
Deutschlandpremiere in Berlin mit Anke Engelke und Bastian Pastewka
Auch die deutsche Synchronisation überzeugt: Anke Engelke und Bastian Pastewka, die bei der Deutschlandpremiere des Films in der Berliner Kulturbrauerei anwesend waren, leihen den beiden flauschigen Protagonisten ihre Stimmen (im Original gesprochen von Julia Louis-Dreyfus und Chris O’Dowd) und treffen dabei genau den richtigen Ton zwischen Witz und Wärme.
Insgesamt ist „Glennkill“ ein klar familienfreundlicher Film, der aber auch Themen wie den Umgang mit Nutztieren überraschend mutig verhandelt: Gerade in einer Gesellschaft, die für den Wal Timmy enorme Empathie aufbringen kann, während Nutztiere unter schlimmsten Bedingungen gehalten und getötet werden, ist es umso bemerkenswerter, dass der Film diese Realität nicht ausblendet. Wenn die Schafe begreifen, dass sie nicht nur sterben können, sondern ihr Tod aktiv von Menschen herbeigeführt wird, um sie zu Nahrung zu verarbeiten, ist das ein Moment, der hoffentlich sowohl die jüngsten Zuschauer:innen als auch ihre Eltern zum Nachdenken anregt.
Ganz ohne Schwächen kommt der Film allerdings nicht aus: Das Klischee des tollpatschigen Polizisten wird etwas zu sehr strapaziert, und einige emotionale Passagen kippen stellenweise doch arg ins Kitschige. Unterm Strich bleibt jedoch ein rührender, kluger und stellenweise überraschend nachdenklicher Whodunit, der mehr Tiefe entwickelt, als man ihm auf den ersten Blick zutrauen würde.

