Hollywood-Glamour an der Côte d’Azur: Der Film mit dem wohl größten Staraufgebot des diesjährigen Festivals war James Grays „Paper Tiger“, der am Samstag in Cannes Premiere feierte. Scarlett Johansson war zwar verhindert – und verpasste während der Standing Ovations ausgerechnet auch noch einen FaceTime-Anruf von Regisseur James Gray –, doch mit Adam Driver und Miles Teller brachte der Film dennoch reichlich Hollywood an die Croisette.
Warum „Paper Tiger“ zu den größten Highlights des Festivals zählt
„Paper Tiger“ ist die Art von Film, wie sie heute kaum noch gemacht wird: ein intensiver, klassischer Neo-Noir-Krimi alter Schule, irgendwo zwischen den großen amerikanischen Crime-Dramen der 90er-Jahre und epischen Mafia-Filmen angesiedelt. Ein Film über Loyalität, Ambitionen, Gier und den amerikanischen Traum. Spannend, atmosphärisch und bombastisch gespielt.
Im Zentrum stehen zwei sehr unterschiedliche Brüder im New York der 1980er-Jahre, die vom großen Aufstieg träumen. Als sie durch einen lukrativen Immobilien-Deal in die Fänge der russischen Mafia geraten, setzt eine Kette aus Gewalt und verhängnisvollen Entscheidungen ein.
Adam Driver und Miles Teller liefern Karriere-Highlights ab
Vor allem Driver und Teller liefern absolute Karriere-Highlights ab, Oscar-Nominierungen wirken hier alles andere als ausgeschlossen. Aber auch Scarlett Johansson – diesmal nicht als Adam Drivers Ehefrau wie in „Marriage Story“, sondern an der Seite von Miles Teller – soll hier nicht unerwähnt bleiben: Ihre Darstellung gehört ebenfalls zu ihren bislang stärksten und könnte ihr problemlos die nächste Award-Nominierung einbringen.
Selbst diejenigen Cannes-Besucher, die am Vorabend vielleicht ein Glas Rosé zu viel getrunken und etwas zu wenig geschlafen haben, dürften von diesem bis zur letzten Minute packenden Thriller schlagartig wachgerüttelt worden sein. Besonders eine der finalen Szenen im hohen Phragmites-Gras dürfte vielen noch lange im Gedächtnis bleiben – mehr wollen wir an dieser Stelle aber nicht verraten…

