Mit „Full Phil“ endet der Cannes-Samstag mit einem Midnight Screening: Der französische Musiker und Filmemacher Quentin Dupieux, besser bekannt als Mr. Oizo, ist an der Croisette längst kein Unbekannter mehr. Bereits 2010 sorgte er mit „Rubber“ – einem Film über einen mordenden Autoreifen – in Cannes für Aufsehen. Für „Full Phil“ bringt er nun erstmals ein internationales Star-Ensemble mit: Kristen Stewart und Woody Harrelson übernehmen die Hauptrollen.
Im Zentrum steht die entfremdete Beziehung zwischen einer jungen Frau und ihrem Vater, die ihre Beziehung bei einem Paris-Trip verbessern und ihre konfliktreiche Vergangenheit aufarbeiten wollen (so zumindest der Wunsch des Vaters).
„Full Phil“ tritt dramaturgisch permanent auf der Stelle
Leider bleibt dieses Vater-Tochter-Kammerspiel über weite Strecken erstaunlich oberflächlich. Man erfährt kaum etwas über die Figuren, sie durchlaufen keine wirkliche Entwicklung und auch dramaturgisch tritt „Full Phil“ permanent auf der Stelle. Abgesehen davon, dass Stewart französisches Essen in sich hineinstopft und Harrelsons Bauch proportional dazu ins Unermessliche wächst, passiert schlicht erstaunlich wenig.
Auch der surreale Schwarz-Weiß-Monster-Film-im-Film weiß der Handlung kaum neue Facetten hinzuzufügen und wirkt eher wie ein stilistischer Einfall, der nie wirklich zu Ende gedacht wurde. Gerade von Dupieux, dessen frühere Filme oft von absurdem Witz, bissiger Gesellschaftssatire und originellen Ideen lebten, hätte man sich deutlich mehr Eskalation und Pointierung gewünscht.
So bleibt ein Midnight Screening, bei dem zu Beginn deutlich enthusiastischer geklatscht wurde als am Ende.

