Mit „They Will Kill You” liefert der im Exil lebende russische Regisseur Kirill Sokolov nach „Why Don’t You Just Die!” seinen ersten Spielfilm mit internationaler Starbesetzung – und einen sehr gut inszenierten Gore-Action-Splatter.
Die Story: Die junge Asia Reaves (Zazie Beetz) antwortet auf ein Stellenangebot als Haushaltshilfe im „Virgil“, einem Wohnhaus in Manhattan. In dem Gebäude sind jedoch über Jahre hinweg immer wieder Menschen unter ungeklärten Umständen verschwunden und die Bewohner gehören einem dämonischen Kult an – und Asia ist schon bald nicht mit Putzen beschäftigt, sondern damit, nicht ihr nächstes Opfer zu werden.
Neben der großartigen Zazie Beetz versammelt der Film einen illustren Cast, darunter Myha’la, Patricia Arquette sowie Heather Graham und Tom Felton.
Der größte Pluspunkt des Films ist sicherlich Zazie Beetz, die hier kein typisches Final Girl verkörpert, das gemäß den gängigen Genre-Konventionen enthaltsam und eher unscheinbar ist und sich erst im Laufe der Handlung zur wehrhaften Widersacherin emanzipiert – Asia ist von Anfang an das ultimative Final Girl, das keinen Zweifel daran lässt, dass sie ihren Gegnern überlegen ist. Ihr beim Kämpfen zuzuschauen, ist eine pure Freude.
Auch inszenatorisch weiß „They Will Kill You“ zu überzeugen: Die Kamerabewegungen und Kampfszenen sind stylisch, bildgewaltig und – auch wenn sie das ein oder andere Mal sehr deutlich an „Kill Bill” erinnern – äußerst unterhaltsam. Überhaupt ist der Film völlig over the top, nimmt sich selbst nicht allzu ernst und driftet stellenweise fast in die Parodie ab (Stichwort: Auge) – was hier jedoch eher zum Charme beiträgt als stört.
Schwächen zeigt der Film vor allem im Plot: Das Setting rund um den Kult im „Virgil“ bleibt überraschend unoriginell und wirkt stellenweise wie eine Variation bereits bekannter Genre-Versatzstücke – nicht zuletzt, da der Film gerade zeitgleich mit „Ready or Not 2” konkurriert. Einige Ideen – etwa die verschiedenen Etagen, die jeweils einer Sünde gewidmet sind – hätten deutlich stärker ausgearbeitet werden können, während die Flashbacks zu Asias Vergangenheit eher überflüssig wirken. Auch das Ende enttäuscht ein wenig durch den übermäßigen Einsatz von nicht immer überzeugendem CGI.
Unterm Strich bleibt jedoch ein Film, der genau weiß, was er sein will: ein blutiges, stylisches Genrevergnügen, bei dem sich Fans keine Sekunde langweilen dürften – und das mit einer beachtlichen Anzahl kreativer Körperteil-Abtrennungen belohnt.

