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The Drama – Nach der Beichte ist vor der Hochzeit

Kristoffer Borglis „The Drama” stellt eine ebenso einfache wie beunruhigende Frage: Kenne ich meinen Partner wirklich? Und was passiert, wenn sich herausstellt, dass es Seiten gibt, von denen man bislang nichts ahnte?

Wenn ein Spiel zur Beziehungsprobe wird

Die Ausgangssituation: Bräutigam Charlie (Robert Pattinson) sitzt ein paar Tage vor seiner Hochzeit mit seiner Verlobten Emma (Zendaya) sowie den befreundeten Trauzeugen Rachel (grandios gespielt von Haim-Schwester Alana Haim) und ihrem Partner zusammen. Was als harmloses Spiel beginnt, bei dem jeder das Schlimmste offenbaren muss, was er jemals getan hat und nach und nach unangenehme (aber vergleichsweise harmlose) Wahrheiten ausgesprochen werden, kippt, als Emma an der Reihe ist: Was sie über ihre Vergangenheit preisgibt, stellt alles infrage. Rachel möchte nicht mehr Trauzeugin sein, und Charlie beginnt zu zweifeln – nicht nur an der Beziehung, sondern an der Person, die er zu kennen glaubte.

Robert Pattinson und Zendaya: Star-Cast mit großem Potenzial

Bis dahin hat „The Drama“ eigentlich alles auf der Haben-Seite: mit Borgli einen Regisseur, der mit „Sick of Myself“ einen der bitterbösesten, witzigsten und provokantesten Filme der letzten Jahre geschaffen hat; mit Pattinson und Zendaya ein Protagonisten-Duo, das nicht nur auf dem Zenit seiner Popularität steht, sondern auch enormes schauspielerisches Potenzial mitbringt; und nicht zuletzt eine ausgeklügelte Marketingkampagne – inklusive inszenierter Hochzeitsbegleitung in Las Vegas und eines Trailers, der hohe Erwartungen schürte.

Oberflächlicher Umgang mit einem schweren Thema

Das Problem: Trailer und Kampagne deuten zwar einen Wendepunkt in der Beziehung an – dass dieser jedoch derart drastisch und verstörend ausfällt, überrascht dann doch. Noch schwerer wiegt allerdings, dass der Film die daraus resultierende Entfremdung nicht mit der nötigen Ernsthaftigkeit behandelt. Stattdessen wirkt der Umgang mit Emmas Vergangenheit stellenweise erstaunlich oberflächlich, beinahe geschmacklos – und letztlich auch unglaubwürdig, wenn man akzeptieren soll, dass sich aus dieser Vorgeschichte eine selbstbewusste, in einer New Yorker Maisonette-Wohnung lebende dreißigjährige Akademikerin und Karrierefrau entwickelt hat.

So bleibt am Ende der Eindruck, dass Borgli mit diesem Material und diesem Cast ein Meisterwerk hätte gelingen können – „The Drama“ jedoch sein eigenes Potenzial nicht ausschöpft.

3.5