Mit „American Sweatshop” legt die in den USA lebende deutsche Kamerafrau und Regisseurin Uta Briesewitz ihr überaus gelungenes Spielfilmdebüt vor.
Die Story: Daisy (Lili Reinhart) arbeitet als Content-Moderatorin und verdient ihren Lebensunterhalt damit, zu entscheiden, welche Inhalte aus den dunkelsten Social Media-Ecken gelöscht und welche durchgewunken werden müssen – bis ein Video auftaucht, das sich nicht mehr einfach wegklicken lässt. Während ihre Chefin (gespielt von der deutschen Schauspielerin Christiane Paul) den Vorfall herunterspielt und auch die Polizei nicht eingreift, steigert sich Daisy immer weiter in den Versuch hinein, die Hintergründe selbst aufzudecken.
Uta Briesewitz’ Thriller befasst sich mit einem Thema, das trotz seiner Tragweite bislang selten im Zentrum filmischer Erzählungen stand: den vielen verstörenden Inhalten, die online kursieren, und ihren Auswirkungen auf unsere Psyche. Lili Reinhart glänzt in der authentischen Darstellung der Protagonistin, die den ganzen Film trägt und deren Entwicklung hin zu einer immer unberechenbareren, traumatisierten Figur man mit Beklemmung verfolgt.
Auch wenn der Film keinen klaren Spannungsbogen entwickelt und es versäumt, auf einen wirklichen Höhepunkt zuzusteuern, sind es Reinharts Performance und einige clevere, originelle Ideen – etwa, dass wir das Video, das Daisys Abwärtsspirale auslöst, nur als Spiegelung in ihren Augen sehen –, die „American Sweatshop“ zu einem stimmigen Debüt machen, nach dem man sein Handy am liebsten endgültig und für immer weglegen möchte.
Kinostart in Deutschland: 30. April 2026

