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The History of Sound – Die Melodie des Verpassten

Für „The History of Sound”, der 2025 in Cannes Premiere feierte, gelingt es Regisseur Oliver Hermanus, zwei der derzeit gefragtesten Schauspieler überhaupt als Protagonisten zu gewinnen: Paul Mescal, zuletzt im Oscar-nominierten „Hamnet” zu sehen sowie Josh O’Connor, spätestens seit „Challengers” in der A-Riege angekommen.

Basierend auf einer Kurzgeschichte erzählt der Film von zwei Musikstudenten, die sich 1917 kennenlernen: Lionel (Mescal) und David (O’Connor) kommen sich über ihre gemeinsame Liebe zur traditionellen Folk-Musik näher und ihre intensive Beziehung – ebenso wie die Musik, die sie sammeln und bewahren – begleiten Lionel für den Rest seines Lebens.

Ähnlich wie moderne Klassiker wie „Past Lives” oder „Atonement“ kreist auch „The History of Sound“ um die quälende Frage: Was wäre gewesen, wenn…?, um das Topos der unausgelebten Liebe, des nur halb gelebten Lebens.

Dank der herausragenden Performances seiner beiden Hauptdarsteller und der behutsamen Inszenierung ist der Film nicht nur ergreifend, sondern von einer leisen, melancholischen Intensität und Intimität getragen. Auch die musikalische Ebene – die gesammelten Folk-Songs selbst – fungiert als roter Faden des Films und verleiht ihm zusätzliche Tiefe.

Gleichzeitig ist das Erzähltempo mitunter sehr langsam, und einige Szenen verlieren sich in ihrer Länge: Man wird den Eindruck nicht los, dass die zugrunde liegende Kurzgeschichte in einem kompakteren Format besser aufgehoben gewesen wäre als in über zwei Stunden Laufzeit.

3.5