Nach ihrem viel gelobten Regiedebüt „The Lost Daughter” legt Maggie Gyllenhaal mit „The Bride” nach – und kann dafür eine beeindruckende Riege an Hollywood-Stars versammeln: Jessie Buckley, Christian Bale, Annette Bening, Penélope Cruz, ihren Bruder Jake Gyllenhaal und ihren Mann Peter Sarsgaard.
Leider können auch sie alle einer zutiefst enervierenden Emanzipationsgeschichte nicht viel Leben einhauchen.
Die Ausgangsidee: Frankenstein’s Monster (Bale) sucht nach über hundert Jahren Einsamkeit nach einer Gefährtin. Glück für ihn, dass Frankenstein-Autorin Mary Shelley offenbar ähnliche Gedanken hegt – und kurzerhand Besitz von der Escortdame Aida ergreift, sie dazu bringt, einflussreiche Männer gegen sich aufzubringen und schließlich ihren eigenen Tod zu provozieren. Einmal gestorben, kann Aida alias „The Bride“ von einer Wissenschaftlerin (Bening) wieder zum Leben erweckt werden.
Allein die Szene dieser Wiedererweckung ist mit Funken, Schläuchen und elektrischen Entladungen so erstaunlich einfallslos inszeniert, dass man sich unweigerlich fragt, ob man das nicht gerade erst (besser) gesehen hat – etwa zuletzt in Lanthimos’ „Poor Things” oder Del Toro’s „Frankenstein”.
Es folgt eine Art blutige Tour de Force, bei der Frankenstein und seine Braut als missverstandenes Paar durch eine Reihe von Begegnungen stolpern und dabei in teils unnötig brutalen Szenen eine Spur von Leichen hinterlassen. Das ruft schließlich ein Polizisten-Duo auf den Plan, gespielt von Cruz und Sarsgaard, das jedes nur erdenkliche Buddy-Cop-Klischee mit erstaunlicher Konsequenz abarbeitet.
Die Braut selbst fällt vor allem dadurch auf, dass sie in regelmäßigen Abständen mit fast schon Tourette-artigem Gebrüll um sich wirft – ein Effekt, der bereits nach wenigen Minuten ermüdend wirkt – und langsam ihren eigenen Willen entdeckt. Diese Selbstermächtigung wird jedoch derart plump erzählt, dass sie schließlich im buchstäblichen Ausruf von „Me Too!“ gipfelt.
Eine der wenigen positiven Überraschungen ist der unerwartete Auftritt der Indie-Musikerin Fever Ray in einem der Clubs, die das Paar besucht. Solche Momente bleiben jedoch selten.
Am Ende hinterlässt „The Bride“ vor allem den Eindruck eines erstaunlich unoriginellen Films, der seine überlange Laufzeit kaum zu rechtfertigen weiß und eine bemerkenswerte Menge schauspielerischen Talents verschwendet hat.

