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Pillion – DomCom mit Herz

Mit „Pillion” legt Harry Lighton ein bemerkenswertes Spielfilmdebüt vor: eine RomCom (bzw. treffender bereits als „DomCom“ bezeichnet) über den schüchternen, Knöllchen verteilenden und im A-cappella-Chor singenden Colin (Harry Melling), der in einem Pub den gutaussehenden, emotional nahezu unzugänglichen Biker Ray (Alexander Skarsgård) kennenlernt und mit ihm eine SM-Beziehung eingeht.

Für Colin sind es nicht nur die ersten sexuellen Erfahrungen, sondern auch der Beginn einer langsamen, schmerzhaften Emanzipation: von jemandem, der Ray bereitwillig den letzten Funken Selbstrespekt überlässt, hin zu jemandem, der lernt, eigene Grenzen zu erkennen und einzufordern.

Dass der Film dabei nie ins Exploitative kippt, sondern stattdessen wahnsinnig lustig, empathisch und berührend bleibt, ist das große Kunststück von Lightons Inszenierung, die ihre Figuren nie vorführt.

Allein die Beziehung zwischen Colin und seinen Eltern ist so herzerwärmend und authentisch, dass sie den Film schon für sich genommen sehenswert macht. Und auch wenn Skarsgårds Ray nur wenige Dialogzeilen hat und wir kaum etwas über sein Innenleben erfahren, verdanken wir es seiner und Mellings fantastischer Darstellung, dass man emotional trotzdem vollkommen involviert ist – hin- und hergerissen zwischen dem Wunsch, Colin möge endlich seine Sachen packen und gehen, und der heimlichen Hoffnung, die beiden könnten am Ende doch noch zusammenfinden.

Ein kleines Extra für Indie-Aficionados: Jake Shears, Frontmann der Scissor Sisters, spielt Rays Biker-Freund in Lack und Leder.

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