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Marty Supreme – Matchball für Timothée Chalamet

Mit „Marty Supreme” liefert Josh Safdie ein irrsinnig unterhaltsames Meisterwerk, das dank kongenialer Marketingkampagne bereits mit reichlich Vorschusslorbeeren hierzulande ins Kino kam – und diese mühelos übertrifft.

Im Vorfeld war viel zu lesen über das exzessive Tischtennis-Training von Timothée Chalamet, über vermeintlich größenwahnsinnig klingende Aussagen zu seiner Vorbereitung und seinem Anspruch an die Rolle. Nach Sichtung des Films bleibt jedoch nur eine Schlussfolgerung: Chalamet ist auf dem besten Weg, in die Fußstapfen von Ausnahmetalent Leonardo DiCaprio zu treten – und liefert hier seine bislang größte schauspielerische Leistung ab.

Als Marty ist er egozentrisch, narzisstisch, exzentrisch, gewitzt, größenwahnsinnig – und füllt jede dieser Facetten mit so viel Chuzpe und elektrisierender Präsenz, dass man ihm keine Sekunde den Blick abwenden möchte.

Doch „Marty Supreme“ ist keine One-Man-Show. Der Cast ist bis in die Nebenrollen grandios besetzt: Gwyneth Paltrow, Odessa A’zion und Musiker Tyler, the Creator – in seiner ersten Filmrolle – fügen sich nahtlos in die rauschhafte Inszenierung ein.

Und dann die Tischtennisszenen: Wo andere Sportfilme in repetitiver Dramaturgie erstarren, inszeniert Safdie die Matches mit einer solchen Rasanz und Spannung, dass man unweigerlich Lust bekommt, den eigenen Ping-Pong-Schläger aus dem Keller zu holen.

Für uns ist „Marty Supreme“ schon jetzt der heißeste Anwärter auf den Oscar als Bester Film – und Timothée Chalamet auf dem direkten Weg zu seinem ersten Academy Award für diese Paraderolle.

Selten haben sich 150 Minuten so kurz angefühlt!

4.5