Jetzt ist es offiziell: Die Berlinale hat in einer Pressekonferenz unter anderen alle Wettbewerbsfilme für 2026 veröffentlicht. Und das Line-up kann sich sehen lassen. Internationale Stars wie Sam Rockwell, Amy Adams, Juliette Binoche und Bill Pullman und große Regienamen wie Gore Verbinski treffen in Berlin aufeinander.
Von dystopischer Sci-Fi über historische Dramen, Western und Horror bis hin zu Pop-Mockumentaries und Charakterstudien – Hier kommen die wichtigsten Highlights mit dem größten Staraufgebot, die ihr euch im Festivaltrubel unbedingt vormerken solltet.
„Rosebush Pruning“
Regie: Karim Aïnouz
Der wahrscheinlich am hochkarätigsten besetzte Film der diesjährigen Berlinale! In diesem Drama-Thriller adaptiert Aïnouz Marco Bellocchios Klassiker „Die Faust in der Tasche“ neu. Im Mittelpunkt steht ein junger Mann mit Epilepsie, der auf einem ländlichen Anwesen den Mord an seiner von Krankheit gezeichneten Familie plant. Der Film verhandelt familiären Verfall, Machtstrukturen und patriarchale Gewalt – mit einem hochkarätigen Ensemble um James Bond-Anwärter Callum Turner (ob seine Verlobte Dua Lipa auch kommt?), Elle Fanning, Pamela Anderson, Riley Keough („Daisy Jones & The Six”) und Jamie Bell.
„Good Luck, Have Fun, Don’t Die“
Regie: Gore Verbinski
Sam Rockwell spielt einen desillusionierten Zeitreisenden, der in einem Diner in Los Angeles strandet und eine Gruppe völlig überforderter Fremder rekrutiert, um eine außer Kontrolle geratene KI zu stoppen.
„The Testament of Ann Lee“
Regie: Mona Fastvold
Dieses Historienepos erzählt vom Leben der Shaker-Gründerin Ann Lee. Von ihrer Armut in England bis zur spirituellen Führungsrolle in Amerika folgt der Film einer Frau, deren Vision von Gleichberechtigung, ekstatischem Glauben und gemeinschaftlichem Leben auf heftigen Widerstand stößt. Amanda Seyfried und Thomasin McKenzie („Jojo Rabbit”) spielen zentrale Rollen in diesem Porträt religiöser Radikalität und weiblicher Selbstermächtigung.
„The Moment“
Regie: Aidan Zamiri
Eine Mockumentary über Ruhm, Erwartungsdruck und Pop-Mythos: Charli XCX spielt eine überspitzte Version ihrer selbst und navigiert den globalen Hype rund um ihr Brat-Album und die anschließende Arena-Tour. Zwischen Selbstironie und Abgrund reflektiert der Film den Weg vom Underground zur Pop-Maschine – dank Charli, Kylie Jenner und Rachel Sennott wird der Trubel am roten Teppich hier sicherlich am größten.
„The Weight“
Regie: Padraic McKinley
Ethan Hawke und Russell Crowe treffen in diesem düsteren Western aufeinander. Hawke spielt einen Veteranen der Weltwirtschaftskrise, der in einem brutalen Arbeitslager gefangen ist. Der Lagerleiter (Crowe) bietet ihm einen Deal an: Goldschmuggel gegen die Chance, seine Tochter wiederzusehen.
„At the Sea“
Regie: Kornél Mundruczó
Amy Adams kehrt als Laura nach einem Reha-Aufenthalt in das Strandhaus ihrer Familie zurück. Ohne die Karriere, die ihr Leben definiert hat, muss sie sich neu verorten. Ein Drama über Identität, Neuanfänge und familiäre Spannungen, mit u.a. Murray Bartlett („White Lotus”), Brett Goldstein („Ted Lasso”), Dan Levy („Schitt’s Creek”) und Rainn Wilson („The Office”).
„Everybody Digs Bill Evans“
Regie: Grant Gee
Dieses Biopic widmet sich der Jazz-Legende Bill Evans und konzentriert sich auf die legendären Village-Vanguard-Aufnahmen von 1961. Anders Danielsen Lie („The Worst Person in the World”) spielt Evans, dessen kreative Blütezeit jäh durch den Tod seines Bassisten Scott LaFaro unterbrochen wird. Neben Lie übernehmen auch Bill Pullman und Laurie Metcalf („Lady Bird”) weitere Rollen.
„The Only Living Pickpocket in New York“
Regie: Noah Segan
John Turturro verkörpert einen alternden Taschendieb, der sich in einer bargeldlosen, digital überwachten Welt behaupten muss. Als ein Coup schiefgeht, wird er in einen letzten gefährlichen Auftrag gezogen. An seiner Seite: Steve Buscemi.
„Josephine“
Regie: Beth de Araújo
Im Mittelpunkt steht ein achtjähriges Mädchen, das Zeugin eines Gewaltverbrechens wird. Der Film erzählt nicht die Tat selbst, sondern die Folgen: Angst, Kontrollverlust und kindliche Überforderung. Channing Tatum und Gemma Chan spielen die Eltern, die an den inneren Kämpfen ihrer Tochter zu zerbrechen drohen.
„Sunny Dancer“
Regie: George Jacques
Bella Ramsey spielt die 17-jährige Ivy, die nach einer Krebserkrankung widerwillig an einem Sommercamp für junge Patient*innen teilnimmt. „How I Met Your Mother”-Star Neil Patrick Harris gehört ebenfalls zum Ensemble.
„Queen at Sea“
Regie: Lance Hammer
Juliette Binoche zieht mit ihrer Tochter zurück nach London, um sich um ihre an Alzheimer erkrankte Mutter zu kümmern. Der Film erzählt aus drei weiblichen Perspektiven von Erinnerung, Fürsorge und generationsübergreifender Verantwortung.
„Yön Lapsi“
Regie: Hanna Bergholm
In den finnischen Wäldern beginnt für Saga und ihren Mann ein neues Leben als Eltern. Doch bald wird Sagás Glück von einer düsteren Ahnung überschattet, dass mit ihrem Neugeborenen etwas nicht stimmt. Ein psychologischer Thriller mit „Harry Potter”-Ron Rupert Grint.
„Die Blutgräfin“
Regie: Ulrike Ottinger
Isabelle Huppert spielt Elisabeth Báthory in dieser Horror-Komödie über Macht, Mythos und Blutdurst. Ottinger nähert sich der berüchtigten Legende mit groteskem Humor und feministischer Schärfe, unterstützt von Berlinale-Urgestein Lars Eidinger.
„Rose“
Regie: Markus Schleinzer
Sandra Hüller spielt einen rätselhaften Soldaten im Dreißigjährigen Krieg, der in einem protestantischen Dorf auftaucht und eine falsche Identität angenommen hat – inklusive eines anderen Geschlechts. Ein historisches Drama über Täuschung, Zugehörigkeit und radikale Selbstbehauptung.
„Allegro Pastell“
Regie: Anna Roller
Die Verfilmung von Leif Randts Roman erzählt von einer Fernbeziehung im Sommer 2018. Jannis Niewöhner spielt Jerome Daimler, dessen Beziehung zwischen Distanz, Projektion und Selbstoptimierung zerfällt. Martina Gedeck ergänzt das Ensemble.

