In seinem ersten Film seit dem ebenfalls skandalös misslungenen „The Dead Don’t Die“ (2019) erzählt Jim Jarmusch in „Father Mother Sister Brother“ in drei voneinander losgelösten Episoden von dysfunktionalen Familien. Deren Wiedersehen sind – zumindest in den ersten beiden Teilen – vor allem von endlosem, entfremdeten Schweigen geprägt.
Das Triptychon bleibt trotz eines hochkarätigen Casts mit u.a. Cate Blanchett und Adam Driver erstaunlich banal. Die Dialoge wirken hölzern, der betont minimalistische, entschleunigte Erzählstil lässt einen emotional vollkommen unterkühlt zurück.
Auch die in allen drei Teilen wiederkehrenden Motive – Skateboardfahrer, von oben gefilmte Teetassen, Rolex-Uhren, die immergleiche Referenz auf einen gewissen Onkel Robert, Familienmitglieder, die zufällig in derselben Farbe gekleidet sind und beim Anstoßen Wasser trinken – retten den Film nicht. Im Gegenteil: Sie wirken eher wie eine unfreiwillige Parodie auf das Indie-Kino und seine Auteurs. Bereits die eröffnende Autoszene, deren Greenscreen nicht einmal ansatzweise kaschiert wird, gibt einen deutlichen Vorgeschmack auf die inszenatorische Selbstgefälligkeit.
Der Film feierte 2025 bei den Internationalen Filmfestspielen von Venedig seine Premiere – nachdem er zuvor in Cannes abgelehnt worden war – und wurde dort, warum auch immer, mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet.

